Schwimmbad-Notstand: Eine Milliarde Euro für Schleswig-Holsteins Bäder
Schwimmbäder in Schleswig-Holstein stehen am Rande der Schließung. Es bedarf einer Milliarde Euro, um die Infrastruktur zu sanieren und Zugang zu garantieren.
Wenn man durch Schleswig-Holstein fährt, könnte man meinen, es sei ein Land voller Wasser und Schwimmmöglichkeiten. Doch hinter den glitzernden Oberflächen verbirgt sich ein ernstes Dilemma: Die Schwimmbäder in unserem Bundesland stehen vor dem Aus. Und das ist nicht einfach eine kleine Krise – es ist ein Notstand, der mindestens eine Milliarde Euro an Investitionen erfordert. Man fragt sich, wo diese Summe herkommen soll und, ob wir uns darauf einstellen können, dass die Bäder vielleicht bald Geschichte sind.
Zunächst einmal ist die Infrastruktur der Schwimmbäder marode. Nur die wenigsten Anlagen entsprechen den heutigen Anforderungen an Sicherheit und Hygiene. Es ist kaum zu fassen, dass viele dieser Einrichtungen aus dem letzten Jahrhundert stammen und nicht nur für die Öffentlichkeit unattraktiv sind, sondern auch rechtlich problematisch. Von rissigen Fliesen über mangelhafte Wasseraufbereitung bis hin zu undichten Taktröhren, die Liste der Mängel ist lang. Der Unterhalt ist kostspielig und die Öffnungszeiten werden immer begrenzter. Man könnte fast meinen, man müsse das Schwimmbad mit einem Wassertaxi ansteuern, um zu sehen, ob es überhaupt geöffnet ist. Eine millionenschwere Sanierung ist daher unumgänglich, um nicht nur die Gesundheit unserer Bürger zu schützen, sondern auch um einen funktionierenden Zugang für die Gesellschaft zu gewährleisten.
Zweitens kommt hinzu: Schwimmbäder sind weit mehr als nur Orte für sportliches Training oder Entspannung. Sie sind soziale Einrichtungen, die Gemeinschaften zusammenbringen. Gerade in einer Zeit, in der die Menschen oft isoliert leben und einer Vielzahl von digitalen Ablenkungen gegenüberstehen, schaffen Schwimmbäder eine Oase der Begegnung. Der Austausch im Becken oder beim Schwimmkurs stärkt das soziale Gefüge und baut Vorurteile ab. Unter den Fluten finden wir nicht nur Erholung, sondern ein bisschen Lebensqualität. Wenn wir also nicht bereit sind, in diese Gemeinschaftsinstitutionen zu investieren, riskieren wir, dass wir uns von einander entfremden. Ein Milliardeneuro-Projekt klingt nach einer astronomischen Summe, doch die Rückflüsse in Form von sozialem Wohlstand sind unbezahlbar.
Ein häufig geäußertes Argument gegen solche Investitionen ist, dass Schwimmbäder möglicherweise in Konkurrenz zu Fitnessstudios oder privaten Schwimmschulen stehen und dass die öffentliche Hand nicht für private Interessen aufkommen sollte. Diese Sichtweise zeugt jedoch von einer bemerkenswerten Kurzsichtigkeit. Es sind nicht nur die Fitnessbewussten, die von Schwimmbädern profitieren. Kinder lernen hier Schwimmen, Senioren nehmen an Aquafitness teil und Familien verbringen Zeit miteinander. Außerdem sind öffentliche Schwimmbäder oft die einzigen Orte, an denen Menschen mit geringem Einkommen Zugang zu Wasseraktivitäten haben. Diese Einrichtungen sind nicht nur ein Freizeitangebot, sondern ein universelles Gut, das allen zugänglich sein sollte. Schließt man die Tore solcher Einrichtungen, schließt man auch die Türen zu Chancen und sozialem Miteinander.
Zusammengefasst steht Schleswig-Holstein vor der dringenden Aufgabe, in die Sanierung seiner Schwimmbäder zu investieren – und dies nicht nur, um auf den Sommertrend der "Badekultur" zu reagieren. Es geht darum, ein gesundes, sicheres Umfeld für alle Bürger zu schaffen, den Zusammenhalt in der Gemeinschaft zu fördern und die Lebensqualität in unseren Städten zu sichern. Die Kosten mögen hoch sein, doch die Investition in unsere Bäder ist eine Investition in die Zukunft. Jeder Euro, der in diese Institutionen fließt, ist ein Euro, der sich langfristig für uns alle auszahlt. Lassen wir uns also nicht von der enormen Summe abschrecken, sondern erkennen wir die notwenige Handlungsdringlichkeit. Unsere Schwimmbäder sind nicht nur ein Ort des Zeitvertreibs, sondern Rückzugsorte für Familien und Kern einer intakten Gemeinschaft. Lassen wir sie uns nicht nehmen.
Aus unserem Netzwerk
- Kreativität und Gemeinschaft: Off the Wall in den Wallanlagenv-s-trade.de
- Baden-Württemberg: Ein Hoch zum Abschied - Wer hat Winfried getauft?supervision-praxis.de
- Gesunde Schüler: Hardtberg-Gymnasium in Bonn ist tuberkulosefreiharmonyandyou.de
- Neumünster: Zusammenarbeit von Bundes- und Landespolizeipraxisfeller.de